Fachwerkbauten im Ortsbild am Mittelrhein

Wanderausstellung über Scheuren des St. Joseph-Bürgervereins

Grundlage ist die Arbeit des Heimatforschers Horst Kretschmer anhand der Dissertation von Herbert Nebel

 

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Ein neuer Vorstand ist auf der Jahreshauptversammlung des Sankt Joseph-Bürgervereins im März zwar nicht gewählt worden, sodass der Verein seine offiziellen Tätigkeiten zwar hatte ruhen lassen müssen, weiter geplant und gearbeitet wurde zwischenzeitlich hinter den Kulissen aber allemal. Unter anderem entstand so eine Ausstellung über die Fachwerkhäuser in Scheuren, die ab Sonntag, 1. Oktober, bis Samstag, 3. November, auf Wanderschaft durch Scheuren und Unkel geht.

Eröffnet wurde sie am Wochenende im Sankt Pantaleon-Seniorenzentrum, wo der frühere Vorsitzende des Bürgervereins, Uli Koch, neben der neuen Vereinsspitze um Jörg Schröder und Alfons Mußhoff vor allem Vertreter der Sponsoren begrüßen konnte. Sein Dank galt der CD Werbeagentur, dem Sankt Pantaleon-Seniorenzentrum, der Sparkasse Neuwied, dem Verein „Touristik & Gewerbe“ (T&G) Unkel sowie der Firma Werbegrafik Weeg aus Troisdorf, aber natürlich auch allen freiwilligen Helfer, welche die Umsetzung realisiert hatten und beim Aufbau der Ausstellung mit geholfen hatten.

Hochschularbeit war Initalzündung

„1978 hatte Herbert Nebel, der ab Juli 1971 als Professor an der Fachhochschule Koblenz tätig war, seine 1973 erstellte Arbeit über ‚Fachwerkbauten im Ortsbild am Mittelrhein‘ veröffentlicht. Da sie etwa neben Bacharach, Braubach und Reens auch den Status quo der historischen Bauwerke in unserem Heimatort dokumentiert, stieß sie sofort auf das Interesse unseres Heimatforschers Horst Kretschmer“, erinnerte Uli Koch.

Der Besitzer eines umfangreichen Archivs über Unkel und Umgebung besuchte den gelernten Maurer und Zimmerer, der 1914 im Erzgebirge geboren war, in seiner Wohnung in Neuwied-Karthause. „Professor Nebel hat mir damals sofort alle Negative überlassen, die ich dann zuhause abgelichtet habe.

Fast 35 Jahre später ist mir dann die Idee gekommen, seine Dokumentation durch Fotografien vom aktuellen Zustand der entsprechenden Fachwerkhäuser zu ergänzen“, so Horst Kretschmer. Sinn dieser Arbeit war natürlich, die Entwicklung über die Jahre hinweg zu dokumentieren.

 

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„Das Ergebnis hat uns Horst Kretschmer dann auf der Jahreshauptversammlung im März überreicht und ich fand seine Arbeit viel zu interessant, als dass sie mehr oder weniger unbemerkt in einer Schublade vergammeln sollte“, erklärte Uli Koch.
So wurde die Idee geboren, eine Ausstellung zu konzipieren, deren Gestaltung der Werbefachmann aus Scheuren selber übernahm.
Sechs hohe Türme zeigen auf jeweils acht quadratischen Feldern Fotografien und Texte von Herbert Nebel und Horst Kretschmer zu den jeweiligen Fachwerkhäusern.
„Durch die Gegenüberstellung wird deutlich, was sich an manchen Stellen in Scheuren getan hat und welche Straßenzüge ihr Gesamterscheinungsbild wiederum kaum verändert haben“, erklärte der Heimatforscher. Generell verfüge Scheuren über erheblich mehr historische Bausubstanz als Unkel in der Innenstadt, in der viele alte Fachwerkhäuser wie etwas das Bachemhaus abgerissen worden sind oder immer noch dem Verfall preisgegeben werden.
„Der Text zu den einzelnen Fachwerkhäusern ist leider etwas schwer verständlich, obwohl wir ihn schon etwa geändert haben. Aber seinen fachlichen Charakter mussten wir doch beibehalten“, gestand Uli Koch, während Horst Kretschmer schon einen Schritt weiter dachte.

Er erwog bereits, über die reine Bestandsaufnahme hinaus, auch etwas Geschichtliches über die jeweiligen Fachwerkhäuser zu erarbeiten. „Schon Professor Nebel hatte es als lohnenswert gehalten, vor allem Gebäude wie den Römerhof in der unteren Scheurener Straße einer speziellen Untersuchung zu unterziehen“, erklärte der Heimatforscher. Um dies zu bewerkstelligen, sei es förderlich, die unterschiedlichen Privatarchive Unkeler Bürger zu vernetzen, regte die T&G-Vorsitzende Ulrike Kessel an.

Termine der Ausstellung

Möglicherweise gibt die Wanderausstellung, die noch bis Samstag, 6. Oktober, täglich von 9 bis 18 Uhr im Sankt Pantaleon-Seniorenzentrum, Scheurener Straße, zu sehen ist, dazu den nötigen Impuls.

Von Montag, 15., bis Samstag, 20. Oktober, werden die Fotografien mit den entsprechenden Texten in der Unkeler Geschäftsstelle der Sparkasse Neuwied am Center-Forum, Anton-Limbach-Straße, ausgestellt, bevor die sechs Türme abschließend von Sonntag, 28. Oktober, bis Samstag, 3. November, in den Geschäften von T&G-Mitgliedern in der Unkeler Innenstadt zu sehen sind.

 

QUELLE: St. Joseph Bürgerverein

Quelle: Blick aktuell – Unkel Nr. 40/2012

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