Beachtliches Sommerfest organisiert

Der renommierte Kölner Männer-Gesang-Verein faszinierte sowohl im Dom wie im Römerhof die Zuhörer

[singlepic id=9 w=320 h=240 float=right]Zu einem Sommerfest der besonderen Art hatten Petra und Markus Römer zusammen mit Gerlinde Binnebößel nach Scheuren eingeladen. Hauptakteure war eine Abordnung des renommierten Kölner Männer-Gesang-Vereins, der, als „Kulturanstalt“ 1842 gegründet, per kaiserlichem Dekret die Vereinsrechte erhalten hatte. Der Kammerchor zog zunächst in den Scheurener Dom ein, um dort zunächst klassische und moderne geistliche Chorwerke zu Gehör zu bringen, die von einem Großteil der Zuhörer aus Platzgründen vor dem kleinen
Gotteshaus genossen wurden.

Darbietungen geistlicher Musik

Mit dem „Veni creator spirtirus“ von Carl Orff begannen die Sänger am Altar der kleinen Kapelle ihre Darbietungen geistlicher Musik, um dann mit Giovanni Palestrinas „O bone Jesu vom 20. ins 16. Jahrhundert zurückzugehen.
Giovanni Battista Martini war mit „Tristis est anima mea“ vertreten, bevor der Kammerchor Felix Mendelssohn-Bartholdys „Beati mortui“ anstimmte. Weiter ging es mit dem Kyrie und Gloria aus der Missa in a des Venezianers Antonio Lotti sowie dem Sanctus und Benediktus aus der Missa Dalmatica des Österreichers Franz von Suppé. Dem Komponisten aus dem 19. Jahrhundert ließ der Kammerchor mit dem Psalm 121 von Darius Milhaud und dem „Gratia agimus tibi“ von Heinrich Sustermeister Werke aus dem vorigen Jahrhundert folgen, bevor er mit „O Herr, gib Frieden“ des Úkrainers Dmitry Stephanowitsch Bortniansky, der großen Einfluss auf die deutsche Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts gehabt hatte, das Konzert im Scheurener Dom beendete.

Fortsetzung im Römerhof

Zu Ende war das Sommerfest damit aber noch längst nicht. Fortgesetzt wurde es im nahen Römerhof. „Wer hat Dich, Du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben? Wohl den Meister will ich loben, so lang noch meine Stimm erschallt. Lebe wohl!“, stimmten die Sänger in dem idyllischen Ambienten des ehemaligen Winzerhofs an. Diesem „Jägerabschied“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy ließen sie die „Wasserfahrt“ des Komponisten folgen, um dann den Klassiker „Am Brunnen vor dem Tore“ anzustimmen. Dann ließ der Kölner MGV mit Carl-Maria Webers „Lützows wilde Jagd“ schwarze Gesellen in düsteren Reihn durch den Römerhof brausen, um von den Befreiungskriegen gegen Napoleon mit der „Abendruhe“ von Moritz Hauptmann wieder tief in die Romantik einzutauchen. „Wir unternehmen jetzt einen Ausflug in die Welt der Oper und zwar singen wir die Entführungsszene aus Giuseppe Verdis Rigoletto“, erklärte Bernhard Steiner, nicht ohne ironisch anzufügen, dass man sich bei einer
Entführung ja leise verhalten müsse, eine Spezialität des Chores, der nicht nur bei diesem Werk alten Ortskern von Scheuren bestens zu hören war. Dass die Kölner Sänger jedoch auch leise Töne beherrschen, bewiesen sie eindrucksvoll mit Liedern von Robert Schumann wie „Die Rose stand im Tau“ und dem „Träumenden See“.
Der Eintritt zu beiden Auftritten der Kölner Sänger war frei, allerdings baten die Initiatoren des Sommerfestes die restlos begeisterten Zuhörer um eine Spende für den Scheurener Sankt Pantaleon-Kindergarten. Im Anschluss an das Konzert konnten sich die Römerhof-Gäste dann auch noch preiswert an einem kalten Büffet versorgen und – wie schon bei den früheren Domfesten des Unkeler Stadtteils – Werke heimischer Künstler begutachten.

Quelle: Blick aktuell – Unkel Nr. 35/2012 – Seite 14

Bookmark the permalink.

Comments are closed.